Elektromobile Gästeangebote – Warum eigentlich?

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© Hotel zur Post/Salzburg

10 gute Gründe, sich jetzt mit Elektromobilität zu befassen

Elektromobile Gästeangebote leisten durch die Vermittlung von besonderen Fahrerlebnissen und durch Serviceleistungen – wie dem Anbieten von Lade-möglichkeiten – einen erheblichen Beitrag zur Wahrnehmung, Akzeptanzerhöhung und damit letztlich zur Dynamisierung des E-Mobilitätsmarktes.

Dies lässt sich eindrucksvoll am Beispiel der bedeutenden Impulse touristischer Miet-Offerten für die rasante Entwicklung des E-Bikes-Marktes belegen.

Von eMobility-Aktivitäten in Tourismus und Hospitality profitieren vor allem die Hersteller und Anbieter von  Produkten und Dienstleistungen, ebenso die Gäste, denen außergewöhnliche Urlaubserlebnisse geboten werden und nicht zuletzt die Umwelt durch die Reduzierung von Emissionen.

Was aber bringen sie konkret den Verantwortlichen in Tourismus und Gastgewerbe – außer einem zeitlichen und finanziellen Mehraufwand? Spontan und pauschal lässt sich die Frage einfach beantworten: zufriedene, womöglich begeisterte, bestenfalls sogar neue Gäste.

Solange E-Mobilität noch keine Selbstverständlichkeit ist und damit zum Standardangebot  im Gastgewerbe zählt, bietet sich proaktiven Betrieben die Chance, sich schon heute strategisch zu positionieren, sich einen USP oder zumindest einen lokalen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Wer bereits jetzt die Möglichkeiten wahrnimmt, durch e-mobile Angebote ein spezielles, nachhaltiges Profil aufzubauen bzw. zu schärfen, wird – zumindest derzeit und in naher Zukunft – als Innovator und Trendsetter wahrgenommen. Gute Voraussetzungen also für wirtschaftlichen Erfolg. Jedenfalls für diejenigen, die das Thema selbst auch „leben“ und es entsprechend offensiv an ihre Gäste herantragen. Die Voraussetzungen, dass diese die neuen Angebote auch nutzen und honorieren stehen jedenfalls gut. Dafür, sich bereits jetzt zu „e-mobilisieren“, spricht eine ganze Reihe von guten Gründen:

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Neuigkeit weckt Neugierde

Elektrofahrzeuge sind, von den immer beliebteren E-Bikes abgesehen, derzeit noch die Ausnahme bei den Verkehrsmitteln. Und das Besondere, Nicht-Alltägliche, weckt bekanntlich Neugierde. Da die wenigsten Menschen bisher Gelegenheit hatten, die Faszination von „Stromern“ zu erleben – selbst auf einem E-Bike ist bisher nur jeder vierte Deutsche gesessen – nutzen sie gerne entsprechende Angebote. Zumindest, sofern sie unkompliziert und maßgeschneidert auf die jeweilige Gästeklientel zugeschnitten sind.

Freizeitatmosphäre als Verstärker 

Selbst Menschen, die sich noch nie mit dem Thema E-Mobilität auseinander gesetzt, geschweige denn, den Kauf von Elektrofahrzeugen ins Auge gefasst haben, sind jenseits des Alltags durchaus motiviert und offen für außergewöhnliche Offerten – wie etwa das Ausleihen von Elektrofahrzeugen. Und das Besondere lässt man sich speziell in entspannter Urlaubsstimmung gerne auch etwas kosten.

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Zwanglosigkeit

Viele Urlauber mieten E-Mobile verschiedenster Art auch deshalb gerne im Urlaub, weil damit keine Verkaufssituation verknüpft ist. Heißt konkret, dass im Gegensatz zu Probefahrten beim Autohaus kein psychologischer „Händlerdruck“ besteht, da niemand „befürchten“ muss, sich alsbald mit Kaufangeboten auseinandersetzen zu müssen. Diese Unverbindlichkeit senkt die Hemmschwelle für die Buchung von e-mobilen Offerten.

Erlebnischarakter

Zur speziellen Charakteristik von E-Antrieben gehört das hohe Drehmoment, welches augenblicklich einsetzt. Anders ausgedrückt: Elektrofahrzeuge beschleunigen gewöhnlich ausgesprochen rasant. Dies verleiht ihren Drivern einen besonderen Kick. Andere schätzen eher das lautlose, kontemplative Dahingleiten. So oder so, kaum jemand kommt vom e-mobilen Trip zurück ohne zumindest mit einem Lächeln auf den Lippen. Oft sogar mit einem Ausdruck der Begeisterung.

 

Positives Image

Elektrofahrzeuge besitzen und transportieren ein positives Image. Sie werden mit Innovation, Modernität und Nachhaltigkeit assoziiert. Dank des Imagetransfers auf Betriebe bzw. Regionen werden diese entsprechend auch als besonders zukunftsorientiert und umweltfreundlich wahrgenommen.

Sichtbares Marketingtool

Im Gegensatz zu eher „versteckten“ Nachhaltigkeitsbemühungen wie etwa dem Einsatz umweltfreundlicher Reinigungsmittel oder Energiesparmaßnahmen ist die Ladestation oder das E-Auto vor der Hoteltüre ein jederzeit sichtbares Zeichen für Umweltschutz und Ressourceneffizienz. Durch diese Symbolwirkung trägt die Elektromobilität zur Stärkung des Nachhaltigkeits-Images bei.

 

Befriedigung einer Nachfrage

Mögen manche e-mobilen Gästeangebote, wie etwa die Vermietung von Fahrzeugen oder die Anschaffung von elektrischen Betriebsfahrzeugen, vielen touristischen Branchenakteuren im Moment noch als ein „nice to have“ erscheinen, so wird das Anbieten von Lademöglichkeiten schon bald ein vom Gast vorausgesetztes „must have“ sein. Angesichts der bevorstehenden Modelloffensive der Hersteller, der zunehmenden Reichweite der Fahrzeuge und dem Ausbau der Schnell-Ladeinfrastruktur werden künftig deutlich mehr Gäste (teil-)elektrisch touristische Destinationen ansteuern. Wer dann keinen Charger anzubieten hat, nimmt einen echten Wettbewerbsnachteil in Kauf.

 

Beitrag zur Destinationsqualität

Der Einsatz von Elektrofahrzeugen trägt zu einer Reduzierung von Abgas- und Lärmemissionen bei, was zu einer Aufwertung der Urlaubsdestination und zu einer Steigerung der Lebensqualität, auch für die einheimische Bevölkerung, führt. Jeder Gast, der die Umgebung nicht mit dem eigenen konventionellen Auto, sondern einem E-Mobil erkundet, sorgt ebenso für eine Verbesserung der lokalen Umweltsituation, wie Mitarbeiter in Gastbetrieben, die E-Fahrzeuge für den Arbeitsweg nutzen.

 

Zusätzliche Wertschöpfungspotentiale

Durch den Verkauf von Strom an Gäste wird kaum ein Betrieb seine, wenn auch meist recht überschaubaren, Kosten für Ladetechnologie, refinanzieren. Wer jedoch seine „Stromtankstelle“ nicht allein seinen Hausgästen vorbehält, sondern „diskriminierungsfrei“ auch externen E-Drivern zur Verfügung stellt, lockt damit neue Gäste ins Haus, denn die wenigsten werden während des Ladevorgangs im Auto sitzen bleiben. Generell überwiegen die indirekten Effekte e-mobiler Angebote für die Wertschöpfung, wobei diese nicht zwingend auf ihre Wirkung als wirkungsvolles Marketingtool beschränkt sein müssen. Wer auf die Qualität der Produkte und Angebote achtet, sie offensiv und kreativ vermarktet, kann auch Preise aufrufen, die zumindest die Kosten für den Aufwand abdecken. Die indirekten Benefits, wie etwa die Steigerung der Umsätze in der Gastronomie durch „Ladegäste“, kommen dann als Sahnehäubchen dazu.

 

Positives Betriebsklima

Wie Beispiele aus der Praxis belegen, zeigen sich dort, wo MitarbeiterInnen aktiv in die geplanten E-Mobilisierungspläne eingebunden werden, ihre Meinungen und Anregungen berücksichtigt, sie informiert und motiviert werden, positive Effekte auf das Betriebsklima. Wer zudem vom Arbeitgeber E-Fahrzeuge für den Arbeitsweg gestellt bekommt, E-Mobilität also selbst erleben kann, identifiziert sich deutlich stärker mit diesem Thema. Und gibt die eigene, in den allermeisten Fällen positive, Haltung auch an Gäste weiter. Gerade in Zeiten des scharfen Wettbewerbs um qualifiziertes Personal im Gastgewerbe können Anreize in Form von attraktiven Mobilitätsangeboten eine wichtige Rolle bei der Mitarbeiter-Akquise und –Bindung spielen. Besonders, da z.B. Mitarbeiter-Rad Modelle auch ökonomisch für alle Beteiligten interessant sein können.

 

Das Motto lautet: gestalten statt nachlaufen

Elektromobilität ist nicht nur emotional positiv aufgeladen, sondern genießt auch ein Flair von Innovation und Exklusivität. Im Sinne eines Wettbewerbes um das „gute Gefühl“ des Gastes ist das E-Fahrzeug durchaus ein strategisches Element. Mit Blick auf die Wachstumsdynamik der Elektromobilität ist davon auszugehen, dass Ladesäule und andere e-Angebote zukünftig ohnehin zum Standardangebot erfolgreicher Hotels gehören werden, so wie heute Kartenzahlung, Zimmerfernseher oder WLAN. Daher erscheint es sinnvoll, den Trend schon jetzt als Markenzeichen für den eigenen Nachhaltigkeitsanspruch und zur Steigerung der Attraktivität zu nutzen. Die Zeit dafür ist reif.

Text und Bild: Peter Grett

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Peter Grett
Peter Grett beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren beruflich mit allen Fragen der Elektromobilität. Nach dem Studium der Pädagogik und (Wirtschafts-)Psychologie bereits Mitte der 90er Jahre als Geschäftsführer eines E-Fahrzeug-Entwicklungsunternehmens tätig, gehört er zu den eMobility-Pionieren in Deutschland. Der Mitbegründer des Bundesverbands eMobilität blieb als Marketingleiter und Berater verschiedener Elektrofahrzeug-Unternehmen, später als Chefredakteur, freier Journalist und Autor dem Thema bis heute treu. Peter Grett ist mittlerweile ein international gefragter Experte und Referent für die Implementierung der Elektromobilität im touristischen Umfeld.

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