Auch in Deutschland möglich – E-Autos auf der Überholspur?

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Auf Autobahnen in Österreich ist der sogenannte „Lufthunderter“ ab Januar für Elektroautofahrer nur noch Schnee von gestern. Sie dürfen dann auf ca. 440 Kilometern in Abschnitten, die nach dem „Immissionsschutz Gesetz Luft“ auf 100 km/h beschränkt sind, weiterhin 130 und damit an den „Schmutzfinken“ vorbei fahren.

Dieter Janecek von den Grünen hat nun einen Vorstoß unternommen, eine ähnliche Regelung auch für Deutschland zu erreichen. Die Chancen dafür stehen aber eher schlecht, die Polizeigewerkschaft hat schon wegen Verkehrssicherheitsbedenken abgewinkt.

Die Sache an sich ist seit langem umstritten, denn zweifellos würde eine solche Maßnahme geeignet sein, die eMobilität zu fördern, vergleichbar etwa zu den Busspuren in Oslo, die ja auch eDrivern exklusiv offenstehen. Und dadurch die Schadstoffbelastung senken. Frei nach dem Motto: Anreize statt Verbote.

Die Gegenargumente sind vor allem, dass mit verschiedenen Geschwindigkeiten die Gefahr von Auffahrunfällen wächst, aber auch dass durch das Auflaufen von schnelleren eAutos  auf konventionelle eine Kette von Abbremsmanövern wahrscheinlich werden. Diese sind ja bekanntlich eine der Hauptursachen für Staus – und damit erhöhte Emmissionen.

Zudem stellt sich die Frage, wie weit solche Bevorrechtigungen gehen könnten, denn schadstoffbedingte Tempo-Einschränkungen gibt es auch in Innenstädten Wohngebieten und City-Schnellstraßen. 50 statt 30, oder 60 statt 50. Die Negativ-Effekte, zu denen gerade dort auch ein höherer Lärmpegel gehört, wären wohl in etwa die gleichen.

Das bisweilen Pro-Ausnahme vorgebrachte Argument der – noch – geringen Anzahl von elektrischen Fahrzeugen auf den Straßen ist zweischneidig. Denn die Effekte sind dann ebenfalls marginal – und zwar nach beiden Seiten. Und wann soll man diese Gesetzeslage später – verbunden mit erheblichem bürokratischen Aufwand, und hohen ungKosten, wieder ändern?

Warten wir also ab.

 

Text: Werner Köstle

Bild: www.tippscout.de

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