MIT SICHERHEIT! – Fahrzeugverleih ohne Risiko

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Elektromobile stehen für eine leise, saubere und komfortable Mobilität und sind ein zentraler Bestandteil eines umweltfreundlichen und modernen Lebensstils geworden. Daher bieten auch immer mehr Hotels ihren Gästen Möglichkeiten an, den Urlaub mit Elektrofahrzeugen aktiv zu gestalten.

So weit, so gut. Hotelbetreiber sollten bei ihren Verleih-Offerten jedoch darauf achten,  richtig abgesichert, sprich: versichert zu sein. Aber nicht jede Versicherung bietet einen Schutz für E-Fahrzeuge an. Zu unüberschaubar erscheint manchen das Risiko im Bereich Hochvolt-Elektronik, und zu dünn ist noch die Datenbasis zu Schadensereignissen. Hinzu kommt, dass Fahrzeuge für Vermietzwecke, ob elektrisch angetrieben oder nicht, eine Erhöhung des Risikos für den Versicherer bedeuten, weil diese häufiger im Einsatz sind und zudem von den verschiedensten Fahrern pilotiert werden. Die Luft wird also bei der Auswahl eines Versicherers in zweifacher Hinsicht reichlich dünn.

Detlev Knoll von der Zurich Gruppe Deutschland hat sich seit Jahren auf alle Arten der E- Mobilitäts-Versicherungen spezialisiert und bietet ein attraktives „E-Paket“ an. Er erklärt im Interview, auf was man als Hotelier bei Verleih- und Betriebsfahrzeugen achten sollte.

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Touremo:

Wie versichert ein Hotel elektrische Vermiet- und Verleih-Fahrzeuge für Gäste – vom E-Bike über E-Roller bis zum Elektroauto?

Detlev Knoll:

Das Allerwichtigste ist, die Haftung und richtige Absicherung im Vorfeld für alle Seiten zu klären. In dem Moment, wo der Hotelbesitzer seinen Gästen E-Fahrzeuge  überlässt – egal ob unentgeltlich oder entgeltlich – befindet er sich in der Haftung. Hierbei ist es ohne Bedeutung, ob es sich um

  • zulassungspflichtige E-Mobile (Fahrzeuge mit Kennzeichen, z.B. Quad, E-Motorrad, Pkw),
  • betriebserlaubnispflichtige, aber zulassungsfreie E-Mobile (Fahrzeuge mit Nummernschild, z.B. Moped, Roller, S-Pedelecs) oder
  • Fahrzeuge ohne Betriebserlaubs- und Zulassungspflicht (z.B. Pedelecs)

handelt.

Bezüglich der Absicherung wird jedoch unterschieden zwischen

  • Fahrzeugen mit und ohne Betriebserlaubnis bzw. Zulassungspflicht sowie
  • Schäden, die entweder bei Dritten (Haftpflicht) oder am eigenen E-Fahrzeug (Kasko) verursacht werden.

Beginnen wir mit den E-Fahrzeugen ohne Betriebserlaubnis und ohne Zulassungspflicht wie etwa Pedelecs:

Bei allen überlassenen oder vermieteten Fahrzeugen ohne Kennzeichen gilt die sogenannte Verschuldenshaftung. Dies ist die Verpflichtung, dass man grundsätzlich für einen Schaden aufkommen muss, der einem Anderen schuldhaft zugefügt wurde, d.h. ein Schaden wird durch einen Gast verursacht, welcher mit einem überlassenen Fahrzeug, z.B. einem Pedelec, unterwegs ist.

Die Abdeckung dieses Risikos – etwaige Ansprüche geschädigter Dritter gegen den Hotelier – ist in der Regel Bestandteil der Betriebshaftpflicht-Versicherung des Hoteliers. Daher sollte er sich vergewissern, dass diese Vermietung/Überlassung explizit in der Versicherungspolice auch detailliert aufgeführt ist.

Zusätzlich sollte sich der Hotelier immer eine Haftungsausschlusserklärung vom Fahrer unterschreiben lassen. Diese schützt den Hotelier gegen Ansprüche, die eventuell der den Schaden verursachende Gast gegen den Hotelier stellen könnte.

Die Absicherung des E-Bikes bei Schäden durch Unfall, nicht ordnungsgemäße Bedienung oder auch Diebstahl ist über eine E-Fahrrad-Versicherung möglich.

Nun zu den E-Fahrzeugen mit Betriebserlaubnis und mit/ohne Zulassungspflicht:

Hier liegt der Fall etwas komplizierter: Bei diesen Fahrzeugen gilt die Gefährdungshaftung. Diese bedeutet eine Schadensersatzpflicht, die kein Verschulden voraussetzt, sondern darauf beruht, dass bei einer erlaubten Tätigkeit, wie etwa der Nutzung eines E-Rollers, unvermeidlich ein Schaden einem Anderen zugefügt wurde. Klingt auf den ersten Blick merkwürdig, aber sobald der Gast mit einem solchen Fahrzeug auf deutschen Straßen unterwegs ist, stellt er eine Gefahr dar und somit ist der Hotelier grundsätzlich in der Haftung. Man könnte das auch das Betriebsrisiko nennen. Dieses  kann auch von einem im Verkehrsraum stehenden, z.B. parkenden Fahrzeug ausgehen.

Auch diese Absicherung erfolgt in der Regel über die Betriebshaftpflichtversicherung des Hoteliers. Bitte prüfen Sie unbedingt, ob ein Selbstfahrer-Vermietrisiko in Ihrer Betriebshaftpflicht eingeschlossen ist.

Beides ist zu unterscheiden von der Kfz-Haftpflicht, bzw. deren Versicherung, die für betriebserlaubnis- und/oder zulassungspflichtige Kraftfahrzeuge obligatorisch ist und sich auf das jeweilige Fahrzeug bezieht. Bei der „Moped-Klasse“ erhalten Sie ein Versicherungs-Kennzeichen, das jeweils vom 1. März bis Ende Februar des Folgejahres gültig ist und jährlich erneuert wird. Bitte auch hier die Nutzung als Leih- oder Vermietfahrzeug angeben.

Eine zusätzliche Kaskoversicherung deckt alle Risiken für das E-Fahrzeug selber ab.

 

Wichtig bei Elektro-Pkw und Motorrädern:   

Bei der Anmeldung eines Pkw oder Motorrads ist – anders als bei den nicht zulassungspflichtigen Kraftfahrzeugen – die Zulassungsart anzugeben. Bei Vermiet- bzw. Verleihfahrzeugen drückt das die Bezeichnung „Mietwagen“ bzw. „zur Vermietung an Selbstfahrer“ in den Fahrzeugpapieren aus. Diese Art der Zulassung bedeutet für den Haftpflicht-Versicherer eine Erhöhung der Gefahr, weil Qualifikation und Zuverlässigkeit der wechselnden Fahrer von der Versicherung nicht eingeschätzt werden können. Deshalb fallen hier die Versicherungsbeiträge höher aus.

ACHTUNG: Wenn Sie etwa einen Pkw – ohne Abdeckung des Selbstfahrer-Vermietrisikos – an Gäste verleihen, ist dies so, als würden Sie ein nicht haftpflichtversichertes Fahrzeug aushändigen. Das kann Folgen haben, die bis zum Freiheitsentzug reichen können. Im Falle eines Unfalls wird Sie ihre Versicherung in Regress nehmen.

 

Touremo:

Wie versichert der Hotelier Betriebsfahrzeuge für seine Angestellten?

Detlev Knoll:

Eigentlich besteht darin kein Problem. Wichtig ist, dass der Hotelier dem Versicherer die richtige Nutzung anzeigt, d.h. dass er den Fahrerkreis und die Fahrzeuge benennt (welche Firmenfahrzeuge, Name und Alter der Fahrer). Dann kann jede(r) erfasste Angestellte die Firmenfahrzeuge nutzen. Diese personalisierte Absicherung ist erheblich kostengünstiger als der oben angeführte Selbstfahrer-Vermietschutz.

 

Touremo:

Soll oder kann der Hotelier auch seine Ladeinfrastruktur versichern?

Detlev Knoll:

Unbedingt! Auch hier können Schäden an Personen oder Sachen entstehen. Beispiel: Jemand stürzt oder fällt über ein Kabel. Auch Überspannungs- oder Witterungsschäden, Schäden durch Fehlbedienung, Schäden durch ein defektes Ladekabel oder auch Vandalismus bzw. Diebstahl stellen absicherbare Risiken dar. Aber keine Angst. Eine entsprechende Betriebshaftpflichtversicherung und ein zusätzlicher Kasko-Elektrobaustein mit einer All-Risk Deckung für die Ladestation/Ladetankstellen und die Ladekabel sichert alle dieses Risiken ab.

 

Touremo:

Wo können sich Fallgruben verbergen?

Detlev Knoll:

Grundsätzlich keine! Wenn der Hotelier – wie oben erläutert – eine entsprechende Versicherung besitzt. Wenn er sich nicht ganz sicher ist, sollte er diesbezüglich einfach bei seinem Versicherungsexperten nachfragen. Eine Sache ist mir ganz wichtig: Bitte vergessen Sie nicht das Herzstück jedes E-Mobils – den Akku. Ohne ihn läuft gar nichts. Bei Zurich ist der Akku Bestandteil jeder Absicherung, zum Teil weit über 10 Jahre hinaus. Natürlich arbeitet jede Versicherung – wie wir auch – mit unterschiedlichen Selbstbehalten, d.h. dass der Hotelier im Falle eines Schadens einen sehr kleinen und überschaubaren Betrag selbst übernehmen muss. Aber dies ist nicht neu und Teil jeder Art von Versicherung.

 

Touremo:

Welche Angebote macht die Zurich Versicherung hierzu?

 

Detlev Knoll:

Unsere Zurich Agentur hat sich bereits vor 15 Jahren auf alle Arten der E-Mobilitäts-Versicherungen spezialisiert. Durch unsere jahrelange Erfahrung kennen wir jedes erdenkliche Schadensszenario und unsere ganz auf den Kunden individuell zugeschnittenen Absicherungskonzepte decken so ziemlich alle möglichen Schäden ab. Vorsatz natürlich ausgeschlossen;-).

Hier zwei Bespiele:

Die Absicherung Ihres Fahrrades/Pedelecs mit einem Neupreis von 1.500 EUR gegen Risiken wie Sturz, Unfall, Diebstahl, Elektronikschäden, Schäden durch Fehlbedienung, Vandalismus etc. beläuft sich bei uns auf 68,90 EUR im Jahr.

Eine entsprechende Versicherung für ihren E-Roller (Wert 4.500 EUR) gibt es bei uns schon für 112,50 EUR/Jahr, die passende Haftpflichtversicherung dazu für 47 EUR.

Detlev Knoll leitet seit mehr als 25 Jahren die Filialdirektion Berchtesgaden der Zurich Versicherung. Mit einem 7-köpfigen Team hat sich die Filialdirektion seit vielen Jahren auf maßgeschneiderte Versicherungslösungen rund um das Thema E-Mobilität spezialisiert und betreut derzeit weit über 8.000 Geschäfts- und Privatkunden – über das ganze Bundesgebiet verteilt.

In Zusammenarbeit mit der Zurich Gruppe hat er ein deutschlandweit bis heute einmaliges, flexibles und leistungsstarkes Versicherungspaket für die E-Mobilität entwickelt. 

Die individuell auf jeden Kunden zugeschnittenen Versicherungslösungen umfassen alle Komponenten der E-Mobilität wie

  • Absicherung jeglicher Art von E-Mobilen (E-KFZ, E-Roller, E-Bike, Pedelecs etc.)
  • Absicherung der verschiedenen Nutzungsarten (Selbstfahrer- und Vermietungsrisiken)
  • Absicherung der Ladeinfrastruktur (Ladekabel, Ladepunkte/-tankstellen)

www.zurich.de

Text: Werner Köstle

Bilder: Zurich

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