Finanzielle Vorteile beim Laden durch staatliche Hilfen

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Nach Teil I unserer Steuertipps zu den Fahrzeugen geht es diesmal um das Aufladen von E-Fahrzeugen, die u.a. für den Arbeitsweg benutzt werden.

Gewährte Vorteile für das Aufladen von Elektrofahrzeugen beim Arbeitgeber oder zuhause. Befristet bis Ende 2010.

Regelungen vom 14.12.2016 bzw. 26.10.2017 betreffend das „Gesetz zur steuerlichen Förderung der Elektromobilität im Straßenverkehr“ vom 7.11.2016.

 

Laden beim Arbeitgeber  (§ 3 Nr. 46 EstG) – Ladestrom

Hier liegen zwei wesentlich verschiedene Fälle vor, die jedoch steuerlich gleich behandelt werden. Einerseits sind dies E-Kfz, die sich im Besitz des Arbeitnehmers befinden und beim Arbeitgeber aufgeladen werden, und auf der anderen Seite Betriebsfahrzeuge, die den Arbeitnehmern überlassen und auch privat genutzt werden.

Das Aufladen von mitarbeitereigenen E-Kraftfahrzeugen sowie von vom Arbeitgeber gestellten E-Fahrzeugen mit privatem Nutzungsanteil (Dienstwagen) beim Arbeitgeber ist von der Einkommensteuer befreit. Auch der dafür verbilligt abgegebene oder kostenfrei gestellte Strom ist steuerfrei.

Voraussetzung: Die Ladestation befindet sich ortsfest auf dem gewerblichen Grund des Betriebs oder eines mit diesem verbundenen Unternehmens.

Bei Inanspruchnahme der Prozentregelung für elektrische Dienstwagen ist der Ladestrom bzw. die darauf zu entrichtende Steuer bereits im monatlichen Aufschlags-Betrag enthalten bzw. mit diesem abgegolten. Bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode werden die entsprechenden Kosten nicht in die Fahrzeug-Gesamtkostenrechnung einkalkuliert.

Grund für diese Regelung ist, dass rund 80 Prozent aller Ladevorgänge zuhause oder am Arbeitsplatz erfolgen. Diesbezüglich herrschte bis dato Verunsicherung über die steuerliche Behandlung und eine daraus resultierende Zurückhaltung beim Kauf batterieelektrischer Fahrzeuge.

Das Laden von Arbeitnehmer-Pedelecs beim Arbeitgeber ist ebenfalls steuerfrei, wird also gleichfalls nicht mehr als geldwerter Vorteil eingestuft. Auch der dafür aufgewendete Strom ist  steuerfrei. Damit wurde vom Gesetzgeber der Ausschluss von Fahrrädern und Pedelecs von den Steuererleichterungen, die bis dato nur für Kraftfahrzeuge galten, aufgehoben.

Achtung: Die Steuerfreiheit des Ladestroms bezieht sich natürlich auf den zu versteuernden geldwerten Vorteil, es bedeutet nicht, dass dieser Strom automatisch von der Stromsteuer oder der Umsatzsteuer befreit wäre.

Grund hierfür ist die Einhaltung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (Billigkeit). Dies ändert praktisch nichts an der Sache, da die dabei infrage stehenden Summen keinen wesentlichen Bruchteil der Freigrenze für die Besteuerung von geldwerten Vorteilen von 44 €/Monat ausmachen. Aber es zählt schließlich auch der symbolische Wert.

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Laden Zuhause über stationäre Ladeeinrichtung – Strom und Ladeeinheit

Hierbei gilt es streng zu unterscheiden, ob die Ladeeinrichtung leihweise auf Zeit überlassen wird oder ob diese ganz oder teilweise in das Eigentum des Arbeitnehmers übergeht. Beide Fälle werden steuerrechtlich unterschiedlich gehandhabt.

Vom Arbeitgeber zum Laden daheim leihweise überlassene Ladegeräte sind lohnsteuerfrei, ebenfalls deren Installation und Betrieb. Der zuhause zum Laden bezogene Strom ist dagegen steuerpflichtig, auch wenn er vom Arbeitgeber bezuschusst oder übernommen wird. Diese eventuellen Kostenübernahmen stellen einen steuerpflichtigen Arbeitslohn dar, wenn damit ein arbeitnehmereigenes Fahrzeug geladen wird. Bei einem Dienstfahrzeug gilt die Erstattung der durch den Arbeitnehmer getragenen Stromkosten als steuerfreier Auslagenersatz (§ 3 Nr.50 EStG), weil diese Kosten ja dem Unternehmen zugerechnet werden müssen.                     Die überlassene Ladevorrichtung kann auch steuerfrei für private Zwecke benutzt werden.

Die ganze oder teilweise Übereignung einer Ladeeinrichtung durch den Arbeitgeber kann vom Arbeitgeber pauschaliert mit 25 Prozent Lohnsteuer belastet werden.

Bemessungsgrundlage für den Pauschbetrag ist der Erwerb der Ladestation inklusive deren Installation mit allen zugehörigen Aufwänden, Umsatzsteuer eingeschlossen.

Achtung: Vom Arbeitgeber leihweise überlassene Ladestationen müssen nicht versteuert werden, übereignete z.B. geschenkte Ladeanlagen werden inklusive Installation und Betrieb (z.B. Wartung) pauschal mit 25 Prozent Lohnsteuer belastet.

Vom Arbeitgeber übernommene oder bezuschusste Auslagen des  Arbeitnehmers für eine eigenfinanzierte Ladestation und deren Betrieb können pauschaliert mit 25 Prozent durch den Arbeitgeber abgegolten werden (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 6 EStG). Dies gilt nicht für den zur Ladung verwendeten Strom. Auch wenn der Arbeitgeber die Ladevorrichtung übereignet hat, kann er zudem deren Betriebsaufwendungen durch den Arbeitnehmer bezuschussen oder ganz übernehmen. Diese Kosten kann er ebenfalls mit 25 Prozent Lohnsteuer belasten.

Achtung: Der Strom für das Laden zuhause ist in keinem Fall steuerbefreit.

Ebenfalls pauschaliert besteuert werden können Zuschüsse des Arbeitgebers für die Nutzung einer privaten Ladestation des Arbeitnehmers, wenn die Aufwendungen des Arbeitnehmers regelmäßig anfallen und er diese exemplarisch für einen Zeitraum von drei Monaten auch nachweist.

Die Pauschalen richten sich nach der Art des Fahrzeugs (BEV oder PHEV) und dem Vorhandensein oder Fehlen einer Auflademöglichkeit beim Arbeitgeber.

Grund ist wie oben die Tatsache, dass rund 80 Prozent der Ladevorgänge entweder beim Arbeitgeber oder eben zuhause erfolgen. Die „Hausladung“ soll mit der „Betriebsladung“ gleichbehandelt werden.

Dienstreisen mit privaten E-Fahrzeugen können per Kilometerpauschale abgerechnet werden, auch wenn der Arbeitnehmer für diese Fahrzeuge steuerfreie oder pauschaliert besteuerte Leistungen vom Arbeitgeber erhält. Werden die Aufwände nicht pauschaliert, bleiben Leistungen des Arbeitgebers bei der Berechnung der Gesamtaufwände des Arbeitsnehmers unberücksichtigt.

Die steuerfreien Vorteile müssen nicht im Lohnkonto verzeichnet werden, pauschal besteuerte Leistungen indes schon.

 

Text: Werner Köstle

Bild: EV-Box

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Werner Köstle
Werner Köstle lebt in München. Nach dem Studium der Philosophie absolvierte er eine Management-Ausbildung und arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der TU München. Im Jahr 2000 übernahm er die technische Leitung eines Unternehmens zur Entwicklung elektrischer Leichtfahrzeuge für den professionellen Einsatz. Danach tätig als freier Redakteur und Berater. Als Mitbegründer der Agentur ist er seit 2014 bei Touremo als verantwortlicher Redakteur und eMobility-Berater.

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