Sportroadster „eRod“ jetzt mit EU-Zulassung

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KYBURZ Switzerland präsentierte auf dem diesjährigen Autosalon Genf eine Reihe von Neuerungen bei seinem rasanten Sportwagen „eRod“. Und zwar solche, die den offenen Flitzer nun zum prädestinierten Spaßmobil für Hoteliers und touristische Verleiher werden lassen.

„Emotionen statt Emissionen“, dieses Motto gibt Martin Kyburz, Gründer und CEO des Schweizer Herstellers, für seinen puristischen Elektroroadster aus. Davon, dass dieser Slogan völlig zu Recht gewählt wurde, konnten wir uns bereits bei verschiedenen heißen Sommer- wie auch Winter-Rides in touristischen Destinationen überzeugen. Mehr darüber erfahren Sie am Ende dieses Beitrags.

Zahlreiche Neuerungen

Das aktuelle, in Genf gezeigte Modell „eRod fun“ wartet nun mit drei neuen Schnelllade-Systemen auf: Zur Wahl stehen 6,6; 13,2 oder 19,8 kW Ladeleistung. Damit ist der Akku in drei, eineinhalb oder sogar schon in einer Stunde geladen. Dadurch können Vermieter nun Ihren Gästen mehrmals am Tag Gelegenheit zu einer Ausfahrt verschaffen. Unterwegs reicht dann ein entspannter Lunch aus, um wieder unter Hochspannung losstromern zu können.

Eine weitere Neuerung bilden die optional erhältlichen, kleinen Speedster-Gläser für den  serienmäßig scheibenlosen Sportroadster. Sie reduzieren die Zahl der Fliegen zwischen den Zähnen, nicht aber die stürmische Frischluft. Hinzu kommen  Seitenverkleidungen, die für Schutz vor neugierigen Blicken und mehr Wärme sorgen, noch sportlichere Schalensitze, Semi-Slicks sowie wasserdichte Koffer für die Gepäckablage. Da es nicht jedermanns/-fraus Sache ist, selbst bei nur leicht feuchter Fahrbahn „besprayt“ zu werden, hat man dem neuen Modell  Carbon-Kotflügel spendiert. Sie reduzieren effektiv das Spritzwasser, erhöhen aber das Fahrzeuggewicht nur unwesentlich.

Eine Besonderheit des eRod: Er ist zwar als Fertigfahrzeug zu erwerben, wird aber von den enthusiastischen Kunden meist lieber in einem einwöchigen Bauseminar unter der Anleitung von Firmenmitarbeitern zusammengebaut – quasi als „Built by myself“-Sportwagen.

Neu auch: EU-Zulassung und edles Kleid

Zulassungstechnisch ist der eRod fun in der Schweiz ein Kleinmotorfahrzeug analog zum Quad, demnach also günstig im Unterhalt und mit dem normalen PKW-Führerschein zu bewegen. Und dank EU-Homologation können Kunden den Funstromer nun nicht nur in der Schweiz, sondern auch bei Vertriebspartnern in Belgien, Deutschland und Frankreich erwerben, fahren und warten lassen.

Bevorzugt wird bei dynamischen Fahrzeugen deren Sportlichkeit durch eine rote Farbgebung betont. So auch beim eRod – zumindest bisher. Nun zeigten die Schweizer ihre Leichtbau-Rakete erstmals in einem warmen Gold-Bronze-Farbton, genauer gesagt in „Sahara“, der Axalta-Autofarbe des Jahres 2019. Sie soll sowohl Wertigkeit und Intensität als auch Stärke ausdrücken. Wir finden jedenfalls, das neue, edle Kleid steht dem eRod richtig gut.

Gäste begeistern

Zumindest solange die Elektromobilität – jenseits von E-Bikes – noch etwas Außergewöhnliches und für viele Menschen Neuartiges darstellt, werden e-mobile Mietofferten von Hotels und Tourismusdestinationen in der Regel gerne in Anspruch genommen.

Ganz unabhängig von der voranschreitenden Etablierung der eMobilität macht sich, wer seinen Gästen besonders aufregende, emotionale Fahrerlebnisse vermitteln kann. So wie Curdin Brugger, Inhaber des Hotels Kruezli in Sedrun im schweizerischen Kanton Graubünden. Ursprünglich keineswegs eMobility-affin, aber stets auf der Suche nach speziellen Attraktionen für seine Gäste, stieß er eher zufällig über einen Fernsehbeitrag auf den eRod. Als er bei seinen Recherchen herausfand, dass auch die Möglichkeit besteht, bei der Fertigung selbst Hand anzulegen, machte er sich zusammen mit seinen Bruder – idealerweise Mechaniker von Beruf – sogleich daran, seinen eigenen eRod unter Anleitung bei der Fa. Kyburz zusammen zu bauen.

Seitdem vermietet der findige Hotelier seinen Hausgästen, aber auch Einheimischen und Touristen aus der Region seinen roten Spaßflitzer. Stunden- oder auch tageweise und mit großem Erfolg. Wobei der Fun-Faktor für die einen darin besteht, relaxt etwa ins nahegelegene Andermatt zu cruisen und sich an der frischen Luft und den neugierigen Blicken der Passanten zu erfreuen. Andere wiederum „heizen“ lieber die kurvigen Bergstraßen in der Umgebung hinauf. Reichlich Adrenalin garantiert.

Hoher Suchtfaktor

Zur zweiten Gruppe zählten auch wir und so begaben wir uns beim  Besuch des „Kruezli“ von Sedrun aus auf einen wilden Ritt hoch zum „Lai da Nalps“, einem auf über 1900 Meter Höhe gelegenen Stausee. Auf einer einsamen, gut ausgebauten Versorgungsstraße, die für herkömmlich Fahrzeuge gesperrt ist. Legal, ist der eRod doch alles andere als ein herkömmliches, gewöhnliches Fahrzeug. Wer ihn von der Leine lässt – und wer täte das nicht angesichts der verkehrsfreien Fahrt – erlebt Roadster-Feeling pur. Nicht nur die rasante Beschleunigung und die spontane Kraftentfaltung versetzte uns in einen wahren „Fahrrausch“, sondern auch die, durch den tiefen Schwerpunkt bedingte, Kurvenagilität trug zu unserer Begeisterung bei.

Großes Wertschöpfungspotential

Dass nicht nur wir sofort vom eRod-Virus befallen wurden, zeigt sich darin, wie das Mietangebot von Curdin Brugger angenommen wird. „Seit dem Start unserer elektro-mobilen Spezialofferte ist kaum ein Tag vergangen, an dem wir den E-Roadster nicht vermietet haben. Manchmal sogar mehrmals täglich“, berichtet der Hotelier. Eine Stunde „stromern“ kostet 100 CHF, für zwei Stunden zahlen die „E-Driver“ 160 Franken. Wer einen ganzen Tag oder eine ganze Batterieladung lang unterwegs sein will, kann dies für 200 Franken. Gäste des Kruezli erhalten eine Ermäßigung von 20 Prozent. Auch ein Arrangement bietet Brugger an: 1 Übernachtung für 2 Personen mit Bündner Halbpension und 2 Stunden pures Fahrvergnügen mit dem eRod. Dieses Package gibt es für CHF 350. Siehe dazu:

https://www.kruezli.com/angebote-events

Wer Fahrerlebnisse mit dem eRod offensiv vermarktet, für den kann sich die Investition ab  ca. 35 000 Euro für die elektrische Fun-Flunder recht bald schon amortisieren. Dabei schlagen nicht nur die Einnahmen aus der Vermietung zu Buche, sondern es sind hauptsächlich die zusätzlichen Nächtigungen und gastronomischen Umsätze, die sich über die Erschließung neuer Zielgruppen generieren lassen. Nicht zu vernachlässigen ist zudem der Imagefaktor, ist der Stromer vor der Tür doch ein sichtbarer Ausweis für den Nachhaltigkeitsanspruch des Betriebs.

Bei Curdin Brugger finden sich längst eRod-Fans aus ganz Europa ein. Sein Verleih-Konzept ist ein voller Erfolg. Weil es sich in Internetforen herumgesprochen hat, welche „Emotionen (statt Emissionen“) im Hotel Kruezli ausgelöst werden. Und, weil der Hotelier sich nicht allein auf diese Mund-zu-Mund-Propaganda verlässt, sondern sein e-mobiles Angebot zusätzlich selbst promotet, u.a. durch die augenfällige Platzierung von Plakataufstellern und dem eRod direkt am Hotel oder auf seiner Hotelwebsite.

Fazit

Für alle, die bei ihren Gästen aufregende Emotionen wecken möchten, noch dazu gepaart mit gutem Gewissen, für die gehört der eRod unter den dynamischen Fun-Stromern zur ersten Wahl. Hoteliers und Fahrzeugvermieter in touristischen Destinationen können mit diesem spektakulären Gefährt, kluge Marketing-Aktivitäten vorausgesetzt, einen zusätzlichen Umsatzträger mit großem Potential hinzu gewinnen.

https://kyburz-switzerland.ch/de/erod

Wer sich Fahreindrücke verschaffen will:

https://www.youtube.com/watch?v=bEjj2lK-Jt4

https://www.youtube.com/watch?v=yT1jY49_iS4

Text: Peter Grett                                                                                                         Bilder: Aufmacher: Kyburz, Messebilder: Peter Grett, Fahrbild und Werbeschild: Anett Tobies

 

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Peter Grett
Peter Grett beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren beruflich mit allen Fragen der Elektromobilität. Nach dem Studium der Pädagogik und (Wirtschafts-)Psychologie bereits Mitte der 90er Jahre als Geschäftsführer eines E-Fahrzeug-Entwicklungsunternehmens tätig, gehört er zu den eMobility-Pionieren in Deutschland. Der Mitbegründer des Bundesverbands eMobilität blieb als Marketingleiter und Berater verschiedener Elektrofahrzeug-Unternehmen, später als Chefredakteur, freier Journalist und Autor dem Thema bis heute treu. Peter Grett ist mittlerweile ein international gefragter Experte und Referent für die Implementierung der Elektromobilität im touristischen Umfeld.

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