Laderecht, Teil 2: Die betriebliche Praxis

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Eine ausführlichere Fassung des Themas finden Sie unten als PDF zum Download!

Im ersten Teil über das „Laderecht“ standen allgemeine Fragen über steuerliche und EEG-rechtliche Aspekte im Fokus. Ein tatsächliches Laderecht gibt es ja nicht. Folglich mussten die Themenbereiche Steuerrecht, EEG-Recht, Energiemessstellenrecht und dergleichen aus der Sicht eines fiktiven Betreibers der Ladeinfrastruktur angegangen werden. Dabei wurde die Energiewirtschaftliche Seite, die „vor“ dem Energieanschluss der Ladesäule liegt, nur insoweit berücksichtigt, als sie für den Hotelier von tatsächlichem Belang ist. Bilanzkreise, Strommarktbörse und Direktvermarktung u. ä. kamen deshalb auch nicht zur Sprache.

Die Seite „nach“ der Ladesäule, ihre Vorderseite mit Kabel und Stecker, also der Ladestrom, der im Akku „verschwindet“ und dabei geleistet (verkauft oder verschenkt) wird, stand im Zentrum.

Nun rückt der tatsächliche Anlagenbetreiber in den Mittelpunkt der Betrachtung. Betreiber ist derjenige, der praktisch und wirtschaftlich die Ladeinfrastruktur (LI) regelt; die „Herrschaft“ über sie ausübt, wie es so schön heißt. An ihn wenden sich die energie- wie bau- und betriebsrechtlichen Pflichten.

Dabei ist zunächst gar nicht so klar, was „die Anlage“ eigentlich ist. Die Ladesäule kann eine Anlage innerhalb der Anlage „Hotel“ sein. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Ladesäule oder Wallbox  nicht über einen eigenen Netzanschluss mit Energie versorgt wird, sondern nur über einen eigenen Zählerkreis.

Letztlich ist deshalb gar nicht so klar, wer denn der tatsächliche Betreiber ist, wenn verschiedene Aufgaben von speziellen Dienstleistern übernommen werden. Klar ist indes: zuerst ist es der Hotelier, und er kann das auch bleiben. Erst im Falle und mit der vertraglichen Übernahme von Pflichten durch Externe wird die Sachlage komplexer.

Dann kommt es auf eine Vielzahl von Parametern an, die eigentlich nur der Dienstleister selbst durchschaut. Diese Dienstleister, meist Energieversorger und/oder Hardware-Lieferanten bieten als professionelle Carge Point Operatoren in unterschiedlichen Angeboten ein Serviceportfolio an, das vom rein technischen Service über die Verwaltung samt Statistik bis zur Kundenabrechnung und die Eintragung in Ladestellenverzeichnisse und Roaming-Dienste reicht, und auch oft noch die entsprechenden Meldepflichten und ein Marketingkonzept umfasst.

Insbesondere macht bei Hotels ab einer bestimmten Größe der LI nur smartes Laden wirklich Sinn, dann greift der Dienstleister auch in die Energieflüsse im Hotel steuernd ein. Besonders wenn eigenerzeugte Energie (mit-)verwendet und womöglich noch ein Pufferspeicher integriert werden soll oder bei Netzdiensten.

Die Anzahl der „Projektbeteiligten“ steigt und irgendjemand muss den Prozess organisieren. Das übernimmt dann der Dienstleister. Manche bieten dazu maßgeschneiderte Pakete an, andere legen das Angebot ganz individuell an. Ein gewisses Maß an Individualität ist aber immer vorhanden.                                                                                                         Meist beginnt die Betreuung mit einem Gespräch über die Strategie des Hoteliers, über räumliche und energetische Verhältnisse vor Ort – inklusive Ortsbegehung.

Der nächste Schritt besteht in der Verständigung über den Umfang (die Elemente) der Dienstleistung, danach wird die Komponentenauswahl getroffen, die Hard- und Software implementiert und der Betrieb gestartet. Updates und Anpassungen sind dabei fast immer möglich. Wichtig wird das vor allem im Zusammenhang mit der Gestaltung des Preises für’s Hotel-Charging. Wer lädt zu welchem Preis, mit welcher Autorisierung? Sind Betriebsfahr-zeuge eingeschlossen? Werden Gästefahrzeuge beim Laden priorisiert? Ist der Preis pauschal, Teil des Stellplatzpreises, nach Verbrauch berechnet, als Extraposten oder im Buchungspreis inkludiert? All das muss geregelt werden.

Wichtig ist auch die Frage, wer denn eigentlich laden soll. Gästefahrzeuge, Betriebsfahrzeuge, Mitarbeiterautos, Autos von Gastronomiegästen oder gar alle, die laden wollen.

Bisweilen muss das Ladeangebot gesplittet werden: Übernachtungsgäste und Betriebsfahrzeuge laden nicht-öffentlich in der Tiefgarage, alle anderen Interessenten vor oder neben dem Hotel. Essentiell dabei, dass dann auch verschieden abgerechnet wird, auch was den Bezahlmodus betrifft, z.B. bei öffentlichem Laden über Stadtwerkekarte oder App des Energiedienstleisters. Auch hier sind entsprechende Regelungen zu treffen.

Ein Tipp: Im anliegenden PDF sind eine Reihe von Lade-Dienstleistern angeführt, die umfassende Services anbieten.

PDF: Recht Teil 2 Betriebliche praxis

Ansonsten kennt oft der zuständige Energielieferant oder Netzbetreiber entsprechende Partner.

Text: Werner Köstle                                                                                                         Text PDF: Werner Köstle

Aufmacherbild: EvBox

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