Miniscooter — Verkehrsrechtliche Einordnung in Österreich

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In Österreich ist vieles einfacher. Dort gilt z.B. dass jedes Elektrorad, das motorisch nicht schneller als 25 km/h fährt und dessen Elektromotor bis  max. 600 Watt leistet, verkehrsrechtlich als Fahrrad gilt. Das bedeutet, dass auch E-Bikes mit Gasgriff o.ä., Roller ohne Pedale und Stehroller mit großen Rädern als Fahrräder gelten, wenn sie die vorgegebenen Grenzen nicht überschreiten. Pedelecs nach EU-Recht sind natürlich eingeschlossen, brauchen aber keine extra Regelung wie z.B. in Deutschland.

Kleinstroller (Miniscooter) mit Lenkstange, aber ohne Sitz gelten nicht als Fahrzeuge, egal ob mit Antrieb oder ohne, sondern als Kleinfahrzeuge für den Gebrauch abseits von Straßen bzw. als fahrzeugähnliche Spielzeuge. Sie müssen keine Haftpflicht-versicherung haben und kein Versicherungskennzeichen führen. Allerdings dürfen sie auch nicht auf Fahrradwegen oder Straßen betrieben werden.

In der 31. Novelle zur StVO werden elektrisch angetriebene Miniscooter (PLEV, eKEF) definiert und verkehrsrechtlich insofern eingeordnet, als dass sie überall dort fahren dürfen, wo Fahrräder erlaubt sind (Fahrradwege, Straßen). Auf Gehwegen dürfen sie im Allgemeinen nicht betrieben werden. Dabei gelten für die Kleinroller dieselben Grenzen wie für elektrische Fahrräder bezüglich Leistung und Geschwindigkeit. Sie dürfen also bis zu 25 km/h schnell sein (in D. 20 km/h).

Rollerfahrer müssen sich so verhalten wie gesetzestreue Fahrradfahrer, auf Gehwegen und in Fußgängerzonen, die durch Verordnung der zuständigen Behörden für Kleinroller freigegeben sind, haben sie Fußgängern den Vorrang einzuräumen und ihre Geschwindigkeit entsprechend anzupassen.

Kinder unter zwölf Jahren dürfen mit Kleinstrollern öffentliche Straßen nur befahren, wenn eine Aufsichtsperson, die mindestens 16 Jahre alt ist, sie begleitet. Es sei denn, sie sind im Besitz eines Radfahrausweises, der ab dem 9. Lebensjahr und dem Besuch der vierten Schulklasse auf Antrag ausgegeben wird. Dann geht’s auch alleine.

www.parlament.gv.at

Text: Werner Köstle                                                                                                             Bild: Metz GmbH

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Werner Köstle
Werner Köstle lebt in München. Nach dem Studium der Philosophie absolvierte er eine Management-Ausbildung und arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der TU München. Im Jahr 2000 übernahm er die technische Leitung eines Unternehmens zur Entwicklung elektrischer Leichtfahrzeuge für den professionellen Einsatz. Danach tätig als freier Redakteur und Berater. Als Mitbegründer der Agentur ist er seit 2014 bei Touremo als verantwortlicher Redakteur und eMobility-Berater.

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