Das elektrische Schiebe-Appartement – Dethleffs Mini-Caravan „e.home coco“ nimmt Fahrt auf

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Jetzt soll er dann doch bald mal über die Alpen stromern: Der kompakte Wohnwagen mit dem bezeichnenden Modellnamen „e.home coco“ des Allgäuer Caravan-Herstellers Dethleffs rollt ins nächste Entwicklungsstadium. Schon bald soll der Prototyp des im vergangenen Jahr auf dem Caravan-Salon vorgestellten Konzept-Mini-Campers auf ausgedehntere Erprobungs-fahrten gehen und dabei sein Elektro-Zugfahrzeug im alpinen Pässegeläuf gewissermaßen anschieben.

Das mit dem Technikkonzern ZF Friedrichshafen zusammen entwickelte Anhängsel verfügt dazu über zwei Radnaben-Elektromotoren, unterflur installierte Lithium-Ionen-Akkus mit einer Leistung von derzeit rund 80 kWh sowie eine intelligente Steuerungs-Elektronik mit einem Zugentlastungsmodul. Die Antriebskombination reduziert die Anhängelast für das Zugfahrzeug je nach Bedarf auf einen vordefinierten Wert (beispielsweise 100 Kilogramm), entlastet damit dessen E-Maschine sowie Batterie und erhöht ergo auch die Reichweite. Wie in jedem größeren Elektrofahrzeug wird bei Bergabfahrten oder beim Bremsen rekuperiert.

Das Torque Vectoring, also die gezielte Radlastverteilung des Caravan-E-Antriebs, fungiert zudem als eine Art Wohnwagen-ESP, das Schlingerbewegungen erkennt, ein Aufschaukeln verhindert und somit zur Fahrsicherheit des Gespanns beiträgt. Eine zentrale Steuereinheit wertet dazu im Millisekundentakt kontinuierlich die fahrdynamischen Daten aus und steuert die Radnabenmotoren individuell an. Sie übernimmt damit auch die Funktion eines Differenzials, das in Kurven die unterschiedlichen Radgeschwindigkeiten ausgleicht.

Multitalent: Schieben, Regeln, Rangieren, Energie speichern und abgeben

Auf dem Campingplatz abgekoppelt, kann der „e.home coco“ dank seines autarken elektrischen Antriebs per Fernsteuerung (z.B. App auf dem Handy) zudem in seine Stellfläche hinein rangiert werden. Sowohl unterwegs als auch daheim kann der Elektro-Caravan außerdem über die smart-grid-Elektronik als Stromspeicher genutzt werden. Eine auf dem Dach des Caravans montierte Photovoltaik-Anlage hält dessen Akkuladung auch ohne Anschluss an den Netzstrom frisch.
Grundriss und Einrichtung des „e.home coco“-Prototyps werden im Prinzip dem konventionellen „coco“ entsprechen.

„Mit dem e.home coco zeigen wir bereits heute, dass der Wohnwagen auch in ganz neuen Konstellationen eine spannende Zukunft hat“ erklärte Dethleffs-Geschäftsführer Alexander Leopold im Rahmen einer Konzeptvorstellung und kündigte die Durchführung einer Testfahrt über die Alpen an, die Effizienz und Zuverlässigkeit des Elektroantriebs unter Beweis stellen soll.

https://www.dethleffs.de/

Text: Egbert Schwartz
Bilder: Aufmacher: Dethleffs, Bild 1: Werner Köstle

 

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Egbert Schwartz
Egbert Schwartz arbeitete nach dem Abschluss seines Publizistik-Studiums als Redakteur bei lokalen Tages- und Wochenzeitungen, bevor er 1989 in die Sparte des Motorjournalismus wechselte. Er verantwortete verschiedene Magazine als Chefredakteur. Seit 1999 ist er als freier Journalist und Mitinhaber des Redaktionsbüros „WortGetriebe“ für verschiedene Print- und Online-Medien im Bereich Automotive tätig und schreibt regelmäßig für das touremo-Magazin.

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