Hotelschifffahrt steuert um

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Die A-ROSA Flussschiff GmbH, bekannt für ihre Fluss-Kreuzfahrten vor allem auf Rhein, Donau und Seine, erkennt die Zeichen der Zeit und setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit.

Im Zentrum der Neuausrichtung steht ein Neuzugang zur Flotte mit dem sinnlichen Mund inklusive Rose, mit dessen Entwicklung die niederländische Concordia Damen Werft beauftragt wurde. Das EMotion-Ship genannte Kreuzfahrtschiff will unter anderem einen Beitrag zur Nachhaltigkeit liefern, indem es Flusshäfen zukünftig mit Elektro-Antrieb ansteuert und auf Strecke den Treibstoff effizienter einsetzt.

Während die kontinuierliche Fahrt mit dem Schiffsdiesel, immer im besten Betriebspunkt arbeitend, relativ wenig Schadstoffe ausstößt, ist das An- und Ablegen sehr viel energie- und lärmintensiver. Dem wird nun mit der Einführung des ersten, gemeinsam mit der beauftragten Werft, entwickelten Hybridantriebs entgegen gesteuert. Bei Annäherung an einen Hafen übernimmt eine E-Maschine den Antrieb.

Die Batterien, die den Antrieb mit Energie versorgen, werden über einen Landstromanschluss über Nacht wieder aufgeladen und ermöglichen am nächsten Tag auch das Auslaufen mit dem elektrischen Antrieb.

Aber nicht nur das An- und Ablegen wird leiser und sauberer, auch der Dieselverbrauch während der Fahrt soll merklich sinken. Dabei spielt eine von der Concordia Damen-Werft patentierte Luftblasentechnik die entscheidende Rolle. Die Rumpfunterseite wird während der Fahrt von Kompressoren über winzige Löcher mit Luftblasen „überzogen“, die die Reibungsverluste minimieren. Bekanntermaßen stellt die Rumpfreibung bei Schiffen den größten „Energiefresser“ dar. Diese Technik, von Mitsubishi Heavy Industries schon vor geraumer Zeit entwickelt, kommt auch bei Container- und großen Kreuzfahrtschiffen auf den Ozeanen zum Einsatz. Bei Booten mit  relativ flachem Rumpfboden in Gewässern mit niedrigem Wellengang erhöht sich der Wirkungsgrad dieser Technik und stellt eine durchaus sinnvolle Art der Energieeinsparung dar.

Das Schiff, das nach Aussage des A-ROSA Geschäftsführers Jörg Eichler „eigentlich fast mehr Hotel als Schiff“ ist und sich auch in den Außenmaßen und der Raumgestaltung von den bisherigen Schiffstypen unterscheidet, soll ab 2021 auf dem nördlichen Rhein zwischen Köln und Rotterdam, Antwerpen und weiteren Städten verkehren.

Und für 2023 wurde schon ein weiterer Neubau mit weiterentwickelten Umwelttechniken angekündigt.

https://www.a-rosa.de/flusskreuzfahrten/unternehmen/presse/newsdetail/news/a-rosa-erfindet-die-staedtereise-neu.html?tx_news_pi1[controller]=News&tx_news_pi1[action]=detail&cHash=b14415e2e4023bbc36faffb11c9adefc

Text: Werner Köstle
Bilder: A-Rosa Flussschiff GmbH

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