Drei Fragen an Jürgen Sangl vom Autohaus Sangl

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Mit über 1300 verkauften Stromern ist das Autohaus Sangl in Landsberg am Lech der wohl erfolgreichste und ein bei E-Autofahrern weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannter Händler. Wir sprachen mit dem Inhaber Jürgen Sangl über sein Erfolgsgeheimnis, die Zukunftsaussichten der E-Mobilität und über die Attraktivität von elektrischen Fahrzeugen speziell auch für die Tourismus- und Hospitality-Branche.

 

Herr Sangl, worin liegen die Gründe für Ihren außergewöhnlichen Verkaufserfolg von Elektrofahrzeugen? Haben Sie ein spezielles Erfolgsrezept?

Nein, ein besonderes Geheimnis gibt es nicht. Unser Erfolg liegt vor allem daran, dass wir uns schon früh intensiv mit der Materie E-Mobilität auseinandergesetzt haben, nämlich bereits vor 10 Jahren, als wir den ersten Mitsubishi iMiEV geliefert bekamen. Wir haben uns eingelesen, schlau gemacht und schließlich festgestellt, dass der Verkauf von E-Fahrzeugen gar nicht so kompliziert ist. Vor allem in unserer Kompetenz, die sich bei potentiellen Kunden herumsprach, liegt also hauptsächlich der Schlüssel unseres Erfolges.

Hinzu kommt, dass wir mit den elektrifizierten Modellen von Hyundai zum richtigen Zeitpunkt bezahlbare, alltagstaugliche und reichweitenstarke Autos anbieten konnten und – bewusst und z.T. auch unbewusst – wirksame Marketingtools speziell im Bereich social media eingesetzt haben. So haben wir Erklärvideos für unsere Kunden produziert, um ihnen bereits vor der Fahrzeugübergabe die wichtigsten Informationen über ihren künftigen Stromer zukommen zu lassen. Was eigentlich als Serviceangebot und zur eigenen Entlastung gedacht war, erzeugte zu unserer Überraschung plötzlich eine riesige Resonanz in den sozialen Medien und sorgte damit für einen tollen Werbeeffekt.

Eine weitere Rolle spielt bestimmt auch unsere Liefersicherheit schon zu Zeiten, als attraktive E-Autos noch ein ziemlich rares Gut waren und die Wartezeiten für die Kunden teilweise über ein Jahr betrugen. Hier zahlte sich letztlich unsere Risikofreude beim ordern größerer Stückzahlen aus. Damit hatten wir uns bald überregional als zuverlässige Bezugsquelle einen guten Namen gemacht.

 

Wie beurteilen Sie die Marktentwicklung bei der Elektromobilität, welche Chancen und Hemmnisse sehen Sie dabei?

Nicht nur an den Verkaufszahlen, sondern auch beim besseren Image von E-Autos lässt sich deutlich erkennen, dass es nun richtig vorangeht. Man könnte fast von einem Dammbruch sprechen. Dafür sind sicher eine Reihe von Faktoren verantwortlich. So kommen immer mehr alltagstaugliche und attraktive E-Fahrzeuge auf den Markt, das staatliche Förderprogramm verleiht dem Markt einen gehörigen Schub und auch die Hersteller bremsen inzwischen nicht mehr, sondern erkennen, dass sie nur durch den Verkauf von Stromern ihre von der EU vorgegebenen CO2-Reduktionsquten erreichen können. Dies hat auch zur Folge, dass die Produktionskapazitäten zunehmend der deutlich gestiegenen Nachfrage angepasst werden und sich damit die Lieferzeiten im für verbrennungsmotorische Fahrzeuge üblichen Bereich bewegen. Wichtig wird sein, dass mit der stark steigenden Nachfrage nach E-Fahrzeugen auch das Angebot an Lademöglichkeiten mithält und v.a. der Preis für Ladestrom sich auf einem verträglichen Niveau bewegt.

 

Wie interessant sind Ihre Kauf- und Leasing-Angebote etwa für Hoteliers und die Tourismusbranche? Können Interessenten überhaupt zeitnah bedient werden oder kommt es noch immer zu langen Lieferzeiten?

Anders als viele der Umweltmaßnahmen etwa in Hotels oder Campingplätzen, die den Gästen oft verborgen bleiben, ist ein betriebseigenes E-Auto, das den Gästen zur Miete angeboten, zu Shuttlefahrten oder als Mitarbeiterfahrzeug eingesetzt wird, ein sichtbares Symbol für das Nachhaltigkeitsimage und die Modernität eines Betriebs. Wir als Händler profitieren von elektromobilen Gästeangeboten ebenfalls, da sie das Interesse an E-Fahrzeugen gerade bei Leuten wecken, die ohne ein erstes Fahrerlebnis in entspannter Urlaubsatmosphäre (noch) nicht zu uns kommen würden. Der Schlüssel für die Akzeptanz der Elektromobilität liegt im Vermitteln von den besonderen Fahrerlebnissen, denn wer das beinahe lautlose Dahingleiten oder die rasante Beschleunigung erst einmal selbst verspürt hat, vermindert oder vergisst sogar oft seine ursprünglichen Vorbehalte. Im Urlaub sind einfach viele Menschen eher aufgeschlossen, Neues auszuprobieren, als in der stressigen Alltagssituation. Und solange E-Autos für viele Gäste noch etwas Besonderes sind, sollten Hoteliers oder Campingplatzbetreiber ihre Neugierde nutzen und ihnen emotionale und nachhaltige Fahrerlebnisse vermitteln.

Gerade jetzt, wo wir privaten wie auch gewerblichen Kunden durch die staatliche Förderung und die Umweltprämie des Herstellers ausgesprochen attraktive Kauf- und Finanzierungs-Konditionen anbieten können, lohnt sich die Anschaffung eines E-Fahrzeuges für das Gastgewerbe ganz besonders.

So kostet etwa der Hyundai Ioniq ab 34.458 Euro, nach Abzug der Prämie nur noch 23.458, der „kleine“ Kona mit dem 100 kW-Antrieb liegt schließlich bei 22.971 Euro und stellt damit das günstigste Fahrzeug des Trios dar. Der „große“ Kona mit dem 150 kW-Antrieb, der eigentlich bei 40.974 Euro liegt, reduziert sich auf 29.974 Euro, das ist ein sensationeller Preis für ein voll alltagstaugliches E-Fahrzeug mit einer Reichweite von bis zu 480 Kilometern (Alle Preise nach Abzug der staatlichen Umweltprämie inkl. 16% MwSt.).

www.auto-sangl.de

Das Interview führte Peter Grett
Bild: P. Grett

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