Auftakt – erste GP JOULE CONNECT Bike-Sharing-Station in Flensburg eröffnet

0
689
v.l.n.r. Klaus Schrader, Kerrin Matthiesen, Jan Festersen (Grundeigentümer), Till Fuder und Torben Jöns

Geteilte Freude ist bekanntermaßen doppelte Freude. Ganz im Sinne dieses Bonmots ist in Flensburg ein vollautomatisiertes, rund um die Uhr nutzbares, E- Bike-Sharing gestartet. Die mobilen Stationen sind in umgebauten Seecontainern untergebracht und mit Solarpaneelen auf dem Dach versehen. Die erste der Stationen ist im Juli eröffnet worden, drei weitere sollen folgen. Das Verbundprojekt von Stadt, Klimapakt, Tourismusagentur und GP JOULE soll den intermodalen Verkehr fördern und so zu sauberer Luft durch eine Verringerung der Kraftfahrzeugnutzung beitragen.

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne, so könnte man frei nach Hermann Hesse vermuten, wenn schon zum Zeitpunkt der Einweihung der ersten von insgesamt vier geplanten Sharing-Stationen drei der insgesamt acht E-Bikes, sozusagen noch inoffiziell, in Betrieb gegangen sind, und, wie sich bald herausstellte, tatsächlich Freude verbreiten konnten.

Das Konzept, das von der Stadt, dem Klimapakt Flensburg e.V., der Tourismusagentur Flensburger Förde GmbH und eben GP JOULE in Angriff genommen wurde, ist Teil eines Gesamtkonzepts, mit dem Flensburg eine „grüne Agenda“ verfolgt. Die Leih-E-Bikes sollen von Touristen ebenso wie etwa von Arbeits- oder Schulpendlern, und natürlich auch von den Einheimischen selbst für die innerstädtische Logistik, sprich etwa für Arztbesuche, Einkaufsfahrten oder Ausflüge genutzt werden. Flensburg ist mit seiner Lage, seiner Ausdehnung und Topologie sehr gut für ein solches Pilotprojekt geeignet, ist Klaus Schrader, Geschäftsführer des Klimapakt Flensburg e.V. überzeugt.

Etwas versteckt am Rande eines öffentlichen Parkplatzes steht der Container

Das Ausleihen der Bikes ist unkompliziert, wie ja schon die „inoffizielle Inbetriebnahme“ belegt, es muss nur eine App mittels QR-Code vom Container selbst oder von den App-Stores heruntergeladen werden. Einmal angemeldet, kann man sich spontan ein Bike schnappen oder sogar für eine bestimmte Zeit im Voraus reservieren. Die Nutzungszeit wird gemessen und in Rechnung gestellt bzw. vom Konto abgebucht. Zunächst beträgt der Tarif vier Euro pro Stunde, es soll aber im weiteren Verlauf günstiger werden, so Torben Jöns vom Systemdienstleister GP JOULE CONNECT, der die Station(en) betreibt.

Der Grund für den (noch) recht hohen Preis ist, dass sich das System erst dann wirtschaftlich betreiben lässt, wenn mehrere externe Projektpartner gewonnen werden.  „Für die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit und den Ausbau des Systems ist die Unterstützung durch weitere Partner notwendig“, so Jöns. Das können Unternehmen sein, die ihren Beschäftigten den Weg zur Arbeit erleichtern wollen, Gewerbetreibende oder touristische Akteure wie Hotels oder Gaststätten. Und dort ist auch entsprechendes Interesse vorhanden, wie Kerrin Matthiesen von der Tourismusagentur bestätigt. Durch E-Bikes vergrößert sich der Aktionsradius der Touristen und es können neue Routen oder Ziele für einen größeren Personenkreis erschlossen werden, ist sie überzeugt.

Der Container fasst acht E-Bikes, die Ladung erfolgt über die Docking-Stationen in den Halterungen

Sind alle vier geplanten Stationen über das Stadtgebiet verteilt und in Betrieb gegangen, können die Bikes an jedem Standort ausgeliehen und an einem anderen wieder eingestellt werden. Dann kann sich der Nutzen des Systems, auch als Teil eines modalen Verkehrsmixes, so ganz entfalten. GP JOULE übernimmt dann auch die Systemlogistik, d.h. es verteilt die Räder auf die Stationen und managt das Rebalancing.

Die Bikes selbst kommen vom Schweizer Premium-Hersteller EGO Movement. Sie sind sehr robust und aufgrund ihrer Rahmengeometrie und Komponentenauswahl für einen weiten Personenkreis und ein breites Nutzungsspektrum geeignet. Geladen werden sie „halbautomatisch“ an der Station, und das priorisiert mit dem über die Solarmodule gewonnenen Strom.

Till Fuder, der Klimaschutzmanager der Stadt Flensburg meint zum Projekt: „Als Stadt versuchen wir mit der Unterstützung dieses Projektes ein Startsignal zu geben und eine Basis zu schaffen, auf deren Grundlage hoffentlich ein langfristig tragfähiges System entsteht“.

Auf dass der Zauber so schnell nicht verfliege!

Text: Werner Köstle
Bilder: GP JOULE CONNECT, Flensburger Tageblatt vom 17.7.2020

https://www.connect-gp-joule.de/liste/detail/e-bike-sharing
https://www.bem-ev.de/neuer-e-bike-verleih-flensburgs-in-betrieb-genommen/
https://klimapakt-flensburg.de/allgemein/neues-e-bike-verleihsystem-in-flensburg/

Kommentieren Sie diesen Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here