EnWG – Gezerre um mögliche Ladeunterbrechungen

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2016 wurde im Energiewirtschaftsgesetz der Paragraf 14a hinzugefügt, mit dem die Möglichkeit der netzverträglichen Steuerung von energieintensiven Verbrauchsanlagen durch den Netzbetreiber eingeführt wurde, mit im Gegenzug reduzierten Netz-Entgelten für diejenigen Verbraucher, die am Steuermechanismus teilnehmen und die technischen Voraussetzungen von ihrer Seite aus schaffen.
Nur, für die verpflichtende Umsetzung fehlte bislang die nötige Rechtsverordnung. Diese sollte nun im Zuge der Novellierung des Paragrafen festgelegt werden. In ihr geht es, neben der zeitlich begrenzten Reduzierung von Ladeströmen auch um deren gänzliches Abschalten für bis zu zwei innerhalb von 24 Stunden.

Diese Aussicht, von der Energiewirtschaft begrüßt, hat nun u.a. den VDA auf den Plan gerufen, woraufhin Minister Altmaier den Entwurf schleunigst und mit einer recht kargen Pressemitteilung zurückgenommen hat. Nun wird spekuliert, dass die steuerbare Verbrauchseinrichtung E-Auto von der „Bedrohung“ über externe Eingriffe wohl verschont bleiben wird.

Aber was bedeutet das alles? Eingriffe im Sinne des temporären Abschaltens wird es wohl zu Schwachlastzeiten kaum geben. Sollte es jedoch passieren, dass mitternächtens eine Pause im Ladevorgang stattfindet, ist dies nur dann problematisch, wenn die Wallbox die Ladung nicht wieder zuverlässig startet, was hin und wieder vorkommt. Abschaltungen oder Reduzierungen tagsüber sind da schon bedenklicher, wenn z.B. das Auto nach dem Shopping immer noch denselben niedrigen Ladestand aufweist wie davor. Aber die Lastspitzen liegen zwischen 6 und 9 Uhr morgens, mittags und 17 bis 21 Uhr abends. Darauf kann man sich einrichten.

Sowieso ist mit solchen Eingriffen erst in mittelfristiger Zukunft zu rechnen, wenn E-Ladungen tatsächlich aufgrund der Menge der Ladekandidaten zu einem für die Verteilnetze kritischen Faktor werden.

Und man kann sich auch einen schlanken Fuß machen und Eingriffsmöglichkeiten von vornherein ausschließen, etwa mit einer einfachen 3,7 kW Wallbox zuhause.

Nun sollte eine Arbeitsrunde samt Minister und Verbandsvertretern am 18. Februar für Abhilfe sorgen, was aber wegen tiefgreifender Uneinigkeit auf einen noch unbekannten Nachfolgetermin verschoben wurde. Man kennt das ja. Also üben wir uns eben in Geduld.

Text: Werner Köstle
Bild: www.eautolader.net

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