GOVECS ELMOTO KICK – wegweisender Kickscooter für touristische Gastbetriebe

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Der Münchner Elektroroller-Hersteller GOVECS, bekannt durch das Rollersharing „Emmy“ und die elektrische Neuauflage des DDR-Kultrollers Schwalbe, spricht mit seinem neuen E-Scooter „ELMOTO KICK“ auch die Zielgruppe der E-Autofahrer an. Das Einzigartige daran: ein universales Akku-Wechselsystem.

Das Problem kennt jeder E-Driver zur Genüge: Viele Charger befinden sich nicht gerade an attraktiven Standorten, die das Verweilen während der Ladezeit vergnüglich oder zumindest erträglich machen. Bestenfalls befinden sich Ladesäulen an Tankstellen mit angebundener Gastronomie, deren Angebot und Ambiente auch nicht jedem zusagt. Auch Laternenparker kennen dieses Problem, wenn die Ladesäule etliche hundert Meter von der Wohnung entfernt ist. Da kann ein „Mini-Beiboot“ in Form eines elektrischen Kickscooters, im Kofferraum mitgeführt, gute Dienste tun. Die Zielgruppe ist also umfangreich für elektrische Stehscooter wie den ELMOTO KICK.

Die Idee von Govecs macht doppelt Sinn. Erstens werden Kickscooter meist als Sharing-Mobil genutzt, nur selten sieht man auf den Straßen personeneigene Fahrzeuge. Dabei agieren am Markt mehrere Dutzend Hersteller, oft auch über den Vertriebsweg Elektro- oder Baumarkt. So ist der Kuchen für die Anbieter, ohne besonders groß zu sein, auch noch in viele kleine Stücke aufgeteilt.

Weil dem so ist, braucht es außer einer soliden, praktischen und sicheren Konstruktion auch ein unterscheidendes Alleinstellungsmerkmal, und das hat es durchaus in sich. Mehrere Hersteller von Powertools gehen derzeit dazu über, akkutechnisch eine Standardisierung einzuführen. So dass derselbe Akku für den Elektro-Schrauber, die Bohrmaschine, die Stichsäge, den Winkelschleifer usw. eingesetzt werden kann. Löblich. Aber dass diese Akkus nun auch einen Kickroller antreiben, diese Idee von Govecs geht noch weit darüber hinaus.

trotz stattlichem Gewicht leicht tragbar

Govecs und Einhell arbeiteten und entwickelten zusammen einen Akku, der nicht nur für die ca. 140 Einhell-Powertools universal verwendet werden kann, sondern eben auch für die Mobilität der letzten Meile. So dass nicht unbedingt eigene Roller-Akkus angeschafft werden müssen, wenn man schon Einhell-Powertools im Werkzeugkasten hat. Entsprechend gibt es den Elmoto Kick auch ohne Akkus zu kaufen.

Da diese Powertool-Akkus naturgemäß eher klein ausfallen, müssen deren zumindest zwei im Roller platziert werden, um auf Reichweiten oberhalb von etwa 15 Kilometern zu kommen. Im Fall Govecs/Einhell beträgt die Kapazität des einzelnen Akkus gerade mal 94 Wattstunden, was  bei einem E-Bike etwa 20 km Reichweite garantieren würde und im Roller, der ja seinen Vortrieb rein motorisch bewerkstelligt, so um die 15 Kilometer. Dafür wiegt ein solcher Akku auch gerade mal ein Kilogramm und kostet keine einhundert Euro.

Das one-for-all Prinzip

Konstruktion
Einige Features fallen sofort ins Auge, so die vertrauenserweckende Robustheit der gesamten Auslegung. Auf der Waage resultieren deshalb schon mal stattliche 19 Kilogramm Gewicht. Trotzdem lässt sich der Roller in geklapptem Zustand relativ leicht in einem Kofferraum verstauen oder auch mal zwischendurch tragen. Trotz der massiven Rahmenteile inklusive Lenker ist der optische Eindruck nicht der eines Mikropanzers, die Erscheinung besticht sogar durch eine gewisse Eleganz. Lobend zu erwähnen ist auch der Hinterrad-Antrieb, der den Roller nicht zieht, sondern schiebt, ein Detail, das der Fahrdynamik wie der Sicherheit entgegenkommt. Dazu kommen die Luftreifen in der Dimension 10 Zoll, die kleinere Unebenheiten souverän „glattbügeln“ und so auch leichtere Geländeeinsätze ermöglichen. Der Roller bietet eine große Bodenfreiheit und eine solide, rutschfeste Standfläche sowie eine breite Lenkstange. Scheibenbremsen vorne und hinten sind natürlich heutzutage Standard, beim ELMOTO KICK werden  diese über Seilzug betätigt, die Bremskolben allerdings hydraulisch an die Scheiben gedrückt, was das Ansprechverhalten deutlich verbessert und damit die Bedienung erleichtert. Govecs spricht hier von Hybrid-Scheibenbremsen.

Solide Konstruktion – da bricht so schnell nichts

Bedienung
Die Features, die nicht augenfällig sind, haben es aber auch in sich. Gestartet wird der Roller nämlich durch einen Funkschlüssel, der gleichzeitig ein elektronisches Absperren des Fahrzeugs ermöglicht, ganz wie man es von den Autos her kennt. Wird der so gesicherte Roller unautorisiert bewegt, sträubt er sich mit blockiertem Hinterrad wie ein störrischer Esel, gleichzeitig ertönt ein nerviger Alarmton, der nur per Funkbefehl wieder zum Schweigen gebracht wird.

Leistung und Reichweite
So umweltschonend und smart die Idee mit den „Universalakkus“ auch ist, ergeben sich daraus aber auch einige Nachteile. So müssen diese zum Aufladen immer aus dem Roller entnommen werden, ein Nachladen onboard ist nicht möglich. Und es wird viel Platz im Korpus des Rollers selbst verschenkt. Da Powertool-Akkus eigentlich eine etwas andere „Entladungscharakteristik“ aufweisen und standardmäßig mit 18 Volt Spannung (E-Bikes, E-Scooter usw. haben meist ein 36 Volt System) daher kommen, muss der Antrieb mit insgesamt sehr wenig Energie auskommen. Die angegebene Reichweite von 20 Km ist in der Realität wohl nicht erreichbar, ein Nachtanken via Steckdose unterwegs unmöglich. Dafür ist das System aber sehr flexibel, denn zwei Ersatzakkus wiegen gerade mal zwei Kilogramm und lassen sich leicht im Rucksack mitnehmen.

Fazit
Mit dem ELMOTO KICK bringt Govecs nicht nur eine innovative Idee, sondern einen hochwertig verarbeiteten Kickscooter mit guten Fahreigenschaften und kräftigem Antrieb auf den Markt. Für den Verleih etwa von Stadt-Hotels eignet sich der Scooter sehr gut. Die Akku-Idee würde erst dann einen echten Vorteil bedeuten, wenn sich verschiedene Hersteller von Powertools auf einen Einheits-Akku einigen könnten. Dann wären auch die ökologischen Impacts höher. Aber es ist ein erster Schritt auf dem Weg in die richtige Richtung.

Der ELMOTO KICK ist in den Farben Rot, Schwarz und Blau erhältlich. Um Ressourcen sowie eventuell den Geldbeutel zu schonen, werden die Akkus nicht standardmäßig mitgeliefert. Der ELMOTO KICK ohne Akkupaket ist im Onlineshop aktuell für 649,- € statt regulären 790,- € zu haben. Mit dem zugehörigen Akkupaket, welches aus zwei Power X-Change-Batterien sowie dem passenden Twincharger besteht, kostet der Kickscooter statt 977,- € nun 799,- €.

www.govecs.com

Text: Werner Köstle
Bilder GOVECS

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