Erderwärmung und Tourismus – Klien-Studie Österreich

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Wie wirkt sich die Erderwärmung auf den Tourismus aus, wie kann man sich anpassen, was kann der Tourismus gegen den Trend erreichen – und wie? Der Tourismus steht unter Druck, so kürzlich die österreichische Klimaschutzministerin Leonore Gewessler bei der Vorstellung eines neuen Klimaberichts.

Der vom Klima- und Energiefonds (Klien) in Auftrag gegebene Special Report „Tourismus & Klimawandel“ ist vom Austrian Panel on Climate Change (APCC)vorgelegt worden und stellt vier Kernpunkte in den Mittelpunkt, wie DerStandard berichtet.

Demnach erfährt der Wintertourismus eine Konzentration auf sichere Schneelagen. Für viele Regionen ist der Skitourismus bald nur noch Geschichte, diese müssen alternative Konzepte im Bereich des sanften Tourismus entwickeln. Die Hochlagen der Zentralalpen stehen vor dem Problem, die Rückzugsgebiete der Gletscher verantwortlich zu nutzen und die durch die Konzentration der Touristen auf wenige Zielgebiete erhöhte Verkehrsdichte zu managen.

Der Sommertourismus erfährt eine Verlängerung der Saison, aber auch eine Steigerung der Hitzeereignisse und Trockenperioden mit massiven Folgen für die Gesundheit der Touristen und der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt.

Der tourismusgebundene Verkehr verursacht die größte Belastung für das inneralpine Klima. „Rund die Hälfte der vom Tourismus verursachten CO2-Emissionen stammen global aus dem Verkehr“, so der Bericht. In der kleinräumig parzellierten morphologischen Struktur Österreichs liegen die Werte vermutlich noch wesentlich höher. Dabei verursachen die An- und Abreise, die vor allem mit dem eigenen Auto erfolgt, die höchsten Emissionen, aber auch die Vor-Ort-Mobilität trägt einen entscheidenden Anteil bei.

Die Beherbergungsbetriebe konkurrieren mit energieintensiven Angeboten auf das steigende Komfortbedürfnis der Gäste. Aber: „Das Potenzial für mehr Klimaschutz und Energieeffizienz in der Beherbergungsbranche sei groß, die technischen Möglichkeiten zur Reduzierung klimaschädlicher Emissionen seien gegeben“.  Klien Geschäftsführer Ingmar Höbarth präzisiert derweil: „In zwei Modellregionen wird derzeit ausgelotet, was in puncto Nachhaltigkeit im Tourismus möglich ist. Die Region Zell am See / Kaprun hat sich des Themas Mobilität angenommen mit dem Ziel, den Gästen einen Urlaub ohne eigenen Pkw zu ermöglichen – mit Anreise per Bahn und Elektromobilität vor Ort. Die Region Nassfeld-Pressegger See, Lesachtal, Weißensee in Kärnten wiederum verfolgt mit dem Schlagwort Slow Food Travel die Vision einer autarken Lebensmittelversorgung und testet bis 2023, was das bringen kann“.

Entscheidend für den Erfog klimafeundlicher Maßnahmen im Tourismus ist die Information der Gäste über entsprechende Angebote schon vor Reisebeginn.  „Gäste fühlen sich zu wenig informiert, was es alles schon gibt“, so Dr. Sophie Karmasin von Karmasin Marktforschung.

https://www.derstandard.at/story/2000128294997/klimawandel-erzwingt-auch-gravierende-veraenderungen-im-tourismus

Text und Bild: Werner Köstle

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